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Quelle: http://www.sandbothe.net/6.html

Prof. Dr. Mike Sandbothe


Lehre

Hier finden Sie Informationen zu den Lehrveranstaltungen, die Mike Sandbothe im laufenden Semester anbietet. Eine Liste mit den Veranstaltungen der Jahre 1990ff ist im Archiv einsehbar. Eine Liste der von Mike Sandbothe betreuten und begutachteten Abschlussarbeiten finden sie hier.

WS 2015/16

Gesundes Lehren und Lernen (GLL)

Ernst-Abbe-Hochschule Jena; Ort, Zeit, Details

Die Veranstaltung befasst sich mit dem Thema "Gesundes Lehren und Lernen (GLL)" insbesondere mit Blick auf aktuelle Entwicklungen innerhalb der Hochschulpädagogik und der Gesundheitsförderung/Prävention an Hochschulen. Im Rahmen des Seminars werden sowohl einschlägige Texte gemeinsam gelesen und diskutiert als auch Praktiken des GLL (insbesondere Achtsamkeits-, Aufmerksamkeits- und Entspannungsübungen) eingeübt und dialogisch evaluiert. Zur Vorbereitung auf die Veranstaltung wird die Lektüre der beiden folgenden Aufsätze empfohlen:

Anne Göring und Daniel Möllenbeck: "Gesundheitskompetenz im Kontext des Bologna-Prozesses. Chancen und Herausforderungen für eine nachhaltige Gesundheitsförderung und Prävention an Hochschulen", in: Prävention und Versorgung, hrsg. von Wilhelm Kirch, Thomas Hoffmann und Holger Pfaff, Stuttgart und New York, Thieme 2012, S. 328; Mike Sandbothe: "Wozu 'Gesundes Lehren und Lernen'", in: Wozu gesund? Prävention als Ideal, hrsg. von Reyk Albrecht, Nikolaus Knoepffler und Wolram Eberbach, Königshausen und Neumann: Würzburg 2015, S. 99-117.

Die Lehrveranstaltung ist Teil des Gesundheitsförderungsprojekts "Gesundes Lehren und Lernen (GLL) an der EAH Jena".

 

Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) - Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Ernst-Abbe-Hochschule Jena; Ort, Zeit, Details

Wir leben in einem Zeitalter der Beschleunigung. Eine Folge davon ist, dass mehr und mehr Menschen in allen Bereichen der Gesellschaft chronischem Stress ausgesetzt sind, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Nach jüngsten Umfragen stehen ein Viertel aller Studierenden in Deutschland unter Dauerstress. Drei von zehn Studentinnen erhielten in 2013 mindestens eine psychische Diagnose, während es bei männlichen Studenten "nur" 15% waren (TK Gesundheitsreport & Campus Kompass 2015). Die Stärkung vorbeugender Maßnahmen ist vor diesem Hintergrund besonders bedeutsam.

Das 8-wöchige MBSR-Programm ("Mindfulness-Based Stress Reduction" bzw. "Stressbewältigung durch Achtsamkeit") wurde 1979 von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn an der Uniklinik von Massachusetts (USA) entwickelt und wird seitdem wissenschaftlich evaluiert. Als langjährig erprobtes, effektives Programm, um Stress entgegenzuwirken, findet MBSR nicht nur weltweit im Gesundheitswesen Anwendung, sondern auch im privaten Bereich, an Bildungsinstitutionen (zunehmend auch an Hochschulen), sozialen Einrichtungen sowie in Unternehmen. Menschen mit chronischem Stress profitieren von MBSR ebenso wie wenig gestresste Personen, die ihr Leben bewusster gestalten wollen. Im Zentrum dieser Kurse steht die Praxis der Achtsamkeit.

Achtsamkeit bedeutet, ganz im Hier und Jetzt zu sein und entspannt wahrzunehmen, was gerade geschieht. Durch Achtsamkeitsübungen lernen Menschen, innezuhalten und zu bemerken, wenn sie sich in Gedanken an Zukünftiges oder Vergangenes verlieren. Sie erkennen ihre automatischen Denk- und Verhaltensmuster klarer und bekommen ein Werkzeug, mit dem sie sich allmählich verändern können. Sie lernen, gelassener mit Stress umzugehen, sich mehr inneren Freiraum zu schaffen und die schönen Momente des Lebens bewusster zu genießen.

Im MBSR-Kurs werden grundlegende Achtsamkeitsübungen (Body Scan, achtsames Yoga & Qigong, Sitz- und Gehmeditation) erlernt, eingeübt und besprochen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Integration einer achtsamen Grundhaltung in den Alltag. Unter anderem werden folgende Themen berührt: Achtsamkeit vs. Autopiloten-Modus, Umgang mit Grenzen, Selbstfürsorge, Stressentstehung, Umgang mit belastenden Gedanken und Gefühlen, achtsame Kommunikation, Fortsetzung der Achtsamkeitspraxis nach Kursende.

Internationale Studien (z.T. mit Studierenden) belegen bei TeilnehmerInnen 8-wöchiger MBSR-Kurse unter anderem folgende Wirkungen:

- bessere Bewältigung von Stress-Situationen
- Verminderung von stressbedingten psychischen und körperlichen Beschwerden
- erhöhte Fähigkeit, sich zu entspannen und zu konzentrieren
- mehr Selbstakzeptanz und -vertrauen
- mehr Energie und Lebensfreude

Diese Veranstaltung ist Teil des Entwicklungsprojekts "Gesundes Lehren und Lernen (GLL) an der EAH Jena".

 

Mentoring (2a)

Ernst-Abbe-Hochschule Jena; Ort, Zeit, Details

 

Mentoring (3a)

Ernst-Abbe-Hochschule Jena; Ort, Zeit, Details

 

Mentoring (3b)

Ernst-Abbe-Hochschule Jena; Ort, Zeit, Details

 

Bildungs- und Erziehungstheorie (1)

Ernst-Abbe-Hochschule Jena; Ort, Zeit, Details

„Bildung ist wunderbar. Doch sollte man sich von Zeit zu Zeit daran erinnern, dass wirklich Wissenswertes nicht gelehrt werden kann.“ (Oscar Wilde)

Dieser Satz lässt erahnen, worum es uns in diesem Seminar gehen soll. Der Begriff Bildung hat sich über die Geschichte hinweg stark entwickelt und wird heute größtenteils inflationär verwendet. Vor allem in den Kindertageseinrichtungen wird zunehmend von Bildung als gesellschaftlicher Anspruch an das fachkundige Personal und als wesentliche Säule der modernen Kindertagesbetreuung gesprochen. Wenn wir Oscar Wilde ernst nehmen wollen, wird deutlich, dass es bei Bildung jedoch um viel mehr geht als einen bloßen Anspruch an pädagogische Fachkräfte, nämlich um die Dinge, die „(…)nicht gelehrt werden(…)“ können. Bildung bekommt somit einen individuellen, nachhaltigen und ganzheitlichen Lebensbezug (Bildungsbiographie), einen informellen Charakter (Vgl. TBP 10, S. 18).

Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835) war einer derjenigen, die den Grundstein für einen modernen Bildungsbegriff gelegt haben, indem er vom Menschen als einem von sich aus bildungsfähigen Wesen und von Bildung als Wissensaneignung mit Weltbezug (Weltaneignung) ausging. Bis heute hält sein Einfluss in den Bildungsdebatten an. Dies wird auch am Thüringer Bildungsplan bis 10 Jahre (TBP 10) deutlich, der große Teile der Humboldtschen Idee von Bildung sozialpädagogisch aktualisiert und daran Reflexionshinweise und konkrete Bildungsangebote für eine theoriegeleitete, qualitativ hochwertige und pädagogisch gelingende Praxis bereithält.

Vor diesem Hintergrund wird das Thema des Seminars bearbeitet. Dabei wird es zunächst einen theoretischen Input über den Bildungsbegriff geben. Vor allem wird das Praxisinstrument TBP 10 (mit einem kurzen Ausblick auf den Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre) mit dem darin enthaltenen Bildungsverständnis im Mittelpunkt stehen.

Sie werden außerdem die Möglichkeit haben, über Hospitationen (in Schulen und Kindertagesstätten der Region) die Praxisrelevanz des TBP 10 zu erkunden sowie eigene Bildungserfahrungen zu machen. Jeder Teilnehmer wird im Laufe des Semesters mindestens eine der folgenden Institutionen von innen kennen lernen: Freie Gesamtschule UniverSaale Jena (http://querwege.de/universaale); Gemeinschaftsschule Galileio Winzerla (http://www.gms-winzerla.jena.de/); Integrative KiTa Kindervilla Jena (http://www.jena.de/de/kindertagesstaetten/kindervilla/194785).

Im Seminar werden wir über Ihre konkreten Hospitations-Erfahrungen in den Austausch treten. Im Fokus stehen hierbei die Beobachtungen aus einer theoriegeleiteten Praxis zur professionellen Umsetzung des TBP 10. Hier können Sie Ihren theoretischen Reflexionshorizont mit praktischem Leben füllen, um somit (Ihre) Wirklichkeit und den theoretischen Anspruch in Beziehung zu setzen.

Details zum Ablauf und zur Anmeldung für die Hospitationen sowie zum Scheinerwerb erfahren Sie auf dem Vorbesprechungstreffen (20.11.) und zuvor via Rundmail.

Als Literatur zur Vorbereitung sowie zum Selbststudium empfehlen wir die folgenden Standardwerke: Erziehungs- und Bildungstheorien: Erläuterungen, Texte, Arbeitsaufgaben, hrsg. von Franzjörg Baumgart, Stuttgart: UTB 2007 (3. Auflage); Wassilios E. Fthenakis: Früh beginnen – die Familie als Bildungsort. Wie Bildungspartnerschaft gelingen kann. Essen: LOGO Lern-Spiel-Verlag 2014; Thüringer Ministerium für Wissenschaft und Kultur (Hrsg.): Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre. Weimar/ Berlin: verlag das netz 2011 (http://www.thueringen.de/th2/tmbjs/bildung/bildungsplan/).

Außerdem empfehlen wir folgende weiterführende Literatur:
Humboldt, Wilhelm von: Werke in fünf Bänden. Erster Band: Schriften zur Anthropologie und Geschichte. Berlin, Rütten und Loening 1960; Kant, Immanuel: Über Pädagogik. In: Reble, Albert: Geschichte der Pädagogik. Dokumentationsband II., Stuttgart, Klett-Cotta 1971; Klafki, Wolfgang: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. Weinheim/ Basel, Beltz 2007 (6. Auflage); Rauschenbach, Thomas: Bildung – eine ambivalente Herausforderung für die Soziale Arbeit. In: Soziale Passagen, Heft 1/09, S. 209-225; Rauschenbach, Thomas/ Otto, Hans-Uwe (Hrsg.): Die andere Seite der Bildung. Zum Verhältnis von formellen und informellen Bildungsprozessen. Wiesbaden, VS Verlag 2012 (2. Auflage); Reble, Albert: Geschichte der Pädagogik. Stuttgart, Klett-Cotta 2009 (22. Auflage).

Die Lehrveranstaltung ist Teil des Gesundheitsförderungsprojekts "Gesundes Lehren und Lernen (GLL) an der EAH Jena".

 

Bildungs- und Erziehungstheorie (4)

Ernst-Abbe-Hochschule Jena; Ort, Zeit, Details

„Ein Gramm Erfahrung ist besser als eine Tonne Theorie, einfach deswegen, weil jede Theorie nur in der Erfahrung lebendige und der Nachprüfung zugängliche Bedeutung hat. Eine Erfahrung, selbst eine sehr bescheidene Erfahrung, kann Theorie in jedem Umfang erzeugen und tragen, aber eine Theorie ohne Bezugnahme auf irgendwelche Erfahrung kann nicht einmal als Theorie bestimmt und klar erfasst werden.“

Der Satz enthält die pragmatische Inspiration zur pädagogischen Gestaltung dieses Seminars. Er stammt von dem amerikanischen Philosophen John Dewey (1859-1952). Der Begründer der modernen Reformpädagogik hat den vielzitierten Satz im eflten Kapitel seines weltberühmten Grundlagenwerk "Democracy and Education" geschrieben (dt. Übersetzung: Demokratie und Erziehung. Eine Einleitung in die philosophische Pädagogik, Weinheim und Basel, Beltz 1993, S. 193). Wer nachvollziehen möchte, nach welchen Maximen und Inspirationen diese Lehrveranstaltung konzipiert ist, findet in Deweys Buch hilfreiche Erläuterungen. Zugleich gibt es eine Einführung in unser Thema "Bildungs- und Erziehungstheorien". Die Lektüre lohnt sich also doppelt.

Im Seminar werden wir Bildungs- und Erziehungstheorien in Aktion erleben. Wir werden Erfahrungen damit machen, wie die Praxis von Bildung und Erziehung in ausgewählten Kindergärten und Schulen der Region aussieht. Und wir werden darüber diskutieren, wie Theorie aus dieser Praxis entspringt und wie Theorie in ihr zum Leben erweckt wird. Das Seminar befasst sich mit Praxis als Ursprung, Quelle und Mutterboden von Theorie. Und es befasst sich mit Theorie als Instrument zur Lösung von Problemen, die ihren Ursprung in der Prraxis der pädagogischen Institutionen haben.

Um dies umzusetzen, stehen im Zentrum der Lehrveranstaltung Hospitationen. Jeder Teilnehmer wird im Laufe des Semesters mindestens eine der folgenden Institutionen von innen kennen lernen: Staatliche Gemeinschaftsschule Montessori Jena (http://www.montessorischule.jena.de); Freie Ganztagsschule Milda (http://www.ganztagsschule-milda.de); Bilinguale Integrative Kita BILLY (http://bl-kindertagesstaette.querwege.de).

Details zum Ablauf und zur Anmeldung für die Hospitationen sowie zum Scheinerwerb erfahren Sie auf dem Vorbesprechungstreffen.

Als weitere Literatur zur Vorbereitung sowie zum Selbststudium empfehle ich das folgende Standardwerk: Erziehungs- und Bildungstheorien: Erläuterungen, Texte, Arbeitsaufgaben, hrsg. von Franzjörg Baumgart, Stuttgart: UTB 2007 (3. Auflage).

Die Lehrveranstaltung ist Teil des Gesundheitsförderungsprojekts "Gesundes Lehren und Lernen (GLL) an der EAH Jena".

 

Gewaltfreie Kommunikation

Ernst-Abbe-Hochschule Jena; Ort, Zeit, Details

Im Zentrum der Lehrveranstaltung steht die von Marshall Rosenberg beschriebene Grundhaltung der gewaltfreien Kommunikation (GFK). Wer sie einnimmt, entwickelt die Fähigkeit, Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten klar voneinander zu unterscheiden und in kommunikativen Prozessen verbal und nonverbal zum Ausdruck zu bringen.

Ziel des Seminars ist es, Wege aufzuzeigen, die es den TeilnehmerInnen ermöglichen können, sich die gewaltfreie Kommunikation als praktische Fähigkeit und soziale Schlüsselkompentenz anzueignen. Voraussetzung für eine sinnvolle Teilnahme ist die Anschaffung und Lektüre (!) von Rosenbergs Buch "Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens" (s.u.) VOR Veranstaltungsbeginn.

Literatur: Marshall Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens (Paderborn: Jungfermann 2012; 10. Auflage, 21,90 Euro); Ingrid Holler, Trainingsbuch Gewaltfreie Kommunikation (Paderborn: Jungfermann 2010, 5. Auflage, 21,90 Euro); Lucy Leu: Gewaltfreie Kommunikation. Das 13-Wochen-Übungsprogramm: Ein praktischer Leitfaden für Übungsgruppen, Selbststudium und GFK-Kurse (Paderborn: Jungfermann 2009, 2. Auflage, 21,90 Euro).

 

Achtsamkeit/Mindfulness: Haltung, Methoden und Anwendung in Stress-Situationen

Ernst-Abbe-Hochschule Jena; Ort, Zeit, Details

In einer Zeit zunehmender Beschleunigung von Arbeits- und Kommunikationsprozessen empfinden mehr und mehr Menschen chronischen Stress; mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Laut dem TK Gesundheitsreport & Stressreport Deutschland 2012 arbeitet jeder dritte deutsche Berufstätige am Limit und fühlt sich stark erschöpft oder gar ausgebrannt. Bis zu 13 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sind nach Schätzungen von Gesundheitsexperten von Burnout betroffen. Laut aktuellen Umfragen stehen ein Viertel aller Studierenden in Deutschland unter Dauerstress! In diesem Kontext gewinnen Achtsamkeitstrainings als Maßnahme der Gesundheitsförderung zunehmend an gesellschaftlicher Relevanz, u.a. im betrieblichen, pädagogischen und klinischen Kontext.

Achtsamkeit ist die Kunst, entspannt im Hier und Jetzt zu sein. Das bedeutet, wahrzunehmen, was im Augenblick passiert, ohne zu bewerten. Dabei treten unproduktive Gedanken in den Hintergrund und es eröffnen sich neue Sichtweisen. Unter dem Einfluss von Achtsamkeit werden bestehende Automatismen des Denkens, Fühlens und Handelns erkannt und allmählich transformiert. Die Praxis der Achtsamkeit entschleunigt und entstresst damit unseren Alltag – sowohl im Beruflichen als auch im Privaten. Die innere Haltung der Achtsamkeit lässt sich auf alle Lebensbereiche übertragen. Sie kann als Grundlage für eine Gesundheitskultur der Selbstverantwortung und Selbstbestimmung dienen.

Im 6-tägigen Seminar wird der Schwerpunkt auf dem Kennenlernen und Einüben einer achtsamen Grundhaltung und deren positiven Einfluss auf den Umgang mit Belastungen liegen. Dazu werden grundlegende Achtsamkeitsübungen in Ruhe und Bewegung (Body Scan, achtsames Yoga & Qigong, Sitz- und Gehmeditation) sowie kurze Übungen für den Alltag vorgestellt und gemeinsam eingeübt. Thematisch wird für den stress-erzeugenden „Autopiloten-Modus“ sowie für die Rolle unbewusster Bewertungen bei der Entstehung von Stress sensibilisiert. Zugleich werden Wege zu einem gelasseneren, bewussten Umgang mit schwierigen Situationen aufgezeigt. Es wird erkundet, wie die achtsame Grundhaltung von Gegenwärtigkeit und Gelassenheit in Alltagssituationen (wie z.B. dem Essen einer Mahlzeit oder der zwischenmenschlichen Kommunikation) einfließen und diese qualitativ verändern kann.

Da der Hauptteil des Seminars mit dem Prüfungszeitraum am FB SW zusammenfällt, wird es ein spezielles Angebot zur achtsamen Prüfungsvorbereitung und zum Umgang mit Prüfungsstress geben. Gegen Ende der Veranstaltung wird ein Ausblick auf das selbständige Fortsetzen der Achtsamkeitspraxis gegeben. Außerdem wird ein Kreativraum geschaffen, um Visionen für eine künftige Hochschullandschaft entstehen zu lassen, die gesunde Formen des Lehrens und Lernens verkörpert. Die achtsame Naturerfahrung wird dabei als Inspirationsatmosphäre eine wichtige Rolle spielen.

Übungen und Erfahrungsaustausch werden angeleitet und moderiert von Dr. med. Bernd Langohr (MBSR-Lehrer und Geschäftsführer „Jena Achtsamkeit“). Qigong-Übungen werden angeleitet von Kai Yin (Qigong-Lehrer aus Weimar, ursprünglich Peking). Methodisch orientiert sich das Seminar am 8-wöchigen MBSR-Achtsamkeitstraining (Mindfulness-Based Stress Reduction, Stressbewältigung durch Achtsamkeit) von Prof. Jon Kabat-Zinn. Die Lektüre folgender Bücher dient der Vor- und Nachbereitung:

1. Jon Kabat-Zinn: Gesund durch Meditation: Knaur-Verlag 2013
2. Jon Kabat-Zinn: Im Alltag Ruhe finden: Knaur-Verlag 2013
3. Ulrich Pfeifer-Schaupp: Achtsamkeit in der Kunst des Nicht Helfens: Arbor-Verlag 2010
4. Ellen Langer: Mindfulness. Das Prinzip Achtsamkeit – Die Anti-Burn-out Strategie: Vahlen 2015

Die Veranstaltung beginnt mit einem Einführungstag im Medienstudio der EAH Jena im Januar 2016. Die verbleibenden 5 Tage des Moduls finden als Kompaktveranstaltung in der ökololgischen Jugendbildungsstätte Hütten bei Pößneck statt. Hier wird das natürliche Umfeld (Wälder, Seen) unmittelbar ins Training der achtsamen Grundhaltung einbezogen. TeilnehmerInnen haben die Kosten für Unterkunft (4 Nächte bzw. 5 Tage, voraussichtlich in Doppelzimmern) mit vegetarischer oder veganer Vollverpflegung in Höhe von ca. 150€ vor Ort selbst zu begleichen. Ein Teil der Übernachtungskosten wird nachträglich aus dem Exkursionsmitteletat des Fachbereichs erstattet. Details dazu bei der Eröffnungsveranstaltung.

TeilnehmerInnen, die während der Kompaktveranstaltung zur Prüfung an die EAH müssen, können sich entweder untereinander abstimmen, um einen „Prüfungsfahrdienst“ einzurichten, oder mit der Bahn vom Bhf Zeutsch aus nach Jena fahren. Die Distanz vom Seminarhaus zum Bhf beträgt 10 Autominuten; Züge fahren stündlich.

Prüfungsleistungen können als Hausarbeit im Anschluss an die LV oder als Präsentation im Rahmen der LV (mit schriftlicher Dokumentation) erbracht werden. Beides kann mit Bezug auf die oben angegebene Literatur oder in Absprache mit den Lehrenden mit Bezug auf andere Referenzpunkte geschehen. Sowohl Einzel- als auch Gruppenarbeiten sind möglich. Die Wahl der Präsentations-/Hausarbeitsformen und -medien ist frei und schließt ausdrücklich akademisch vernachlässigte Medien (wie z.B. Gedichte, selbst gemalte Bilder/Collagen/Comics, theatrale Performances, Musik und bei Präsentationen darüber hinaus auch die freie Rede) ein.

Für alle Präsentationen/Referate gilt aus prüfungsrechtlichen Gründen, dass sie einer schriftlichen Ausarbeitung/Dokumentation bedürfen (4-6 Seiten), die ebenfalls Bestandteil der Prüfungsleistung und damit Gegenstand der Prüfungsbewertung sind.

Diese Veranstaltung ist Teil des Projekts "Gesundes Lehren und Lernen (GLL) an der EAH Jena". Um Fragen bezüglich dieser Lehrveranstaltung im Vorfeld zu klären, setzen Sie sich bitte direkt mit Herrn Langohr in Verbindung: info(at)jena-achtsamkeit.de.

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