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erschienen in: Medien Tenor, 10. Jahrgang, Forschungsbericht Nr. 128, 15.01.2003.

RS

Rezension

Medienphilosophie, Fischer, Frankfurt 2003

Auch wenn wir vor wenigen Jahren den 300. Geburtstag der ersten Tageszeitung in Deutschland feierlich mit einer Briefmarke gewürdigt haben, das Nachrichtengeschäft auf noch viel ältere Wurzeln zurückblickt und an den meisten deutschen Universitäten Medienwissenschaft längst breiter gefasst wird als die reine Beschäftigung mit dem Journalismus: Eine Medienphilosophie im institutionellen Sinne gibt es nicht. Die einzige Professur für Medienphilosophie wurde in Weimar an der Fakultät für Medien errichtet. Natürlich haben Autoren wie Foucault oder Luhmann ihre Theorieansätze auf den Medienalltag übertragen, aber eine echte Grundlegung der Medien im philosophischen Sinne fehlt. Stefan Münker, Alexander Roesler und Mike Sandbothe haben nun einen Sammelband vorgelegt, der zuerst Klarheit in die Begrifflichkeiten bringen will. Wie Begriffe geklärt werden, welche Begriffe zu analysieren sind: Darin hat die älteste aller Wissenschaften immer Kompetenz zeigen können. Hoffentlich wird dieser Ansatz nicht so lange um Anerkennung ringen müssen wie die Medienwissenschaften im Alltag der Redaktionen.